20000000000 Bier

Veröffentlicht auf von Beni, Matze & Theresa

 In Bushy Park angekommen gab es für uns erst einmal eine richtig gute Nachricht. Wir tauschten das einfache Leben auf dem Campingplatz gegen Luxus in der eigenen Wohnung bei den mittlerweile sehr gut befreundeten Chef und seiner Frau. Obwohl wir unseren Stellplatz lieb gewonnen hatten, war uns ein Dach über dem Kopf um einiges lieber. Unsere eigenen Vier-Wände schützten uns vor Wind und Wetter während der Erntezeit. Unsere Gasteltern stellten uns 3 großzügige Zimmer und zwei Bäder zur Verfügung. Wir haben alt bewerte Haushaltshilfen wieder kennen gelernt und zu schätzen gewusst. Nach knapp einem halben Jahr ohne solcher Luxusgüter wird nicht nur der Abschied von vielen neuen Freunden schwer fallen. Da sich der Ernte-Start um ein paar Tage nach hinten verschoben hatte konnten wir uns erst mal richtig einleben. Beni und Matze konnten die Zeit für die Bewerbungen bei ihren Uni’s nutzen und hatten viel Spaß beim Schreiben ihrer Motivationsschreiben für ihre Studiengänge.

Als angehende Traktorfahrer ohne Berufserfahrung mussten wir wieder die Schulbank drücken und die theoretischen Tücken der landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge lernen. Unsere Lehrer hatten es nicht einfach mit uns oder besser gesagt mit ein paar Arbeitskollegen von uns. Da waren Fragen wie Raucherpausen, das fahren mit offener Tür, Alkohol und Drogen am Steuer und andere unnötige Fragen wichtiger als die Fahrpraxis. Als alle dummen Fragen geklärt waren, wurden wir in verschiedene Gruppen eingeteilt und die Straßen wurden unsicher gemacht. Der erste Tag auf dem Traktor ging sehr schnell rum, trotz der Probleme mit dem Aufbau eines Bulldogs .mit der Benutzung der drei Bremsen oder mit dem Beschleunigungshebel am Lenkrad. Die größere Herausforderung erwartete uns allerdings am zweiten Tag als die Traktoren mit Anhänger bestückt wurden und Verkehrshütchen als Hindernisse aufgestellt wurden. Die Fahrtrainer übten sehr viel Druck aus als sie das Berühren der Pylonen mit einer Bierstrafe belegten. Am Ende musste niemand ein Bier zahlen, da unsere Vorbilder ebenfalls beim Vormachen die Hindernisse mitgenommen haben. Nach bestandener „Prüfung“ hatten wir noch zwei Tage bis zum offiziellen Start der Ernte. Unsere Nervosität bekämpften wir mit ein paar Bier im Pub.

Unser erster Arbeitstag ging um 8.00 Uhr los. Nachdem jeder seine Sicherheitsweste, Brille, Helm und Handschuhe bekommen hatte, gab es eine Begrüßungsrede und das obligatorische Reden über Regeln für die gemeinsame Arbeit. Nach einem Kleinkrieg um die besten Traktoren konnte die Ernte endlich starten. Nach kurzer oder auch teilweise fehlender Einweisung des Arbeitsablaufes lernten wir von anderen Arbeitern und umgekehrt. Nach zwei bis drei Tagen waren wir alle gut aufeinander abgestimmt und eingearbeitet, sodass wir in kleineren Pausen als z.B. die Maschinen streikten uns besser kennen lernen konnten. Das einzigste Problem war nur noch der Wecker, welcher uns aus unseren „Hopfenträumen“ um 5.30 Uhr riss.

Wir haben gute Freunde, interessante und auch weniger interessante Menschen gefunden. Am ersten Samstag wurden wir schon von dem tasmanischen und australischen Karate-Meister zu seiner Hauseinweihungsparty eingeladen. War ein echt schöner australischer Barbecue Abend mit Lagerfeuer, Bier und viel Gelächter. Ein paar Tage später verriet er uns den Grund der Einladung. Nicht etwa da er uns nett gefunden hatte, sonder da wir eine der wenigen Erntehelfer mit allen Zähnen waren. Auch der ehemaliger Weltrekordhalter arbeitete mit uns zusammen. Der mittlerweile ins Alter gekommene Geschichten-Erzähler ist auf jeden Fall ein paar Zeilen unsere Geschichte wert. Seine 2840 Liegestützen in einer Stunde oder 40 Einhändige in einer Minute oder die Tatsache, dass er in jeder Mittagspause ein Rätsel oder eine andere Lebensweisheit für uns hatte machen ihn zu einer Rarität. So hatten wir sehr viel zu lachen. Das Lachen verging als Theresa ihre Arbeit aufgeben musste auf Grund einer Hopfenallergie, welche sich erst jetzt zeigte. Nach zwei Tagen ausruhen und Besuchen beim Arzt und Apotheker bekam sie allerdings eine andere Arbeit. Sie hatte die ehrenvolle Aufgabe im Gewächshaus die 49.000 Junghopfen mit Sand Winterfest zu machen.

Nach fast drei Wochen Ernte und nur wenig Freizeit können wir an alle Biertrinker verkünden, dass wir für 20.000.000.000 Bierfalschen den Hopfen geerntet haben. Somit haben wir den Thron der Hopfenfarm im Besitz. Wir werden nie mehr ein Bier trinken können ohne an die schöne Zeit in Bushy Park denken zu müssen. Zum Abschluss der Ernte ging es wieder ins örtliche Pub wo unser Boss ein paar Dollar locker machte und wir uns ein schönen Tag machten. Am Samstagabend wird dann die Abschiedsfeier stattfinden und so mancher Arbeitskollege wird sicher die ein oder andere Träne wegen uns vergießen. Ab Mittwoch werden sich unsere Wege trennen und Beni und Theresa werden sich mit Jack und Lucy wieder auf den Weg machen und die Fähre zum Festland nehmen. Da Beni am Samstag ein Englischtest in Melbourne ablegen muss um sich an der Universität TU Delft bewerben zu können brechen sie etwas früher auf, während Matze mit David einem neu gefundenen Freund und ehemaligem Arbeitskollegen sich noch ein bis zwei Wochen auf Tasmanien aufhält. Nach hoffentlich erfolgreichem Testtag werden Theresa und Beni sich ein paar Wochen in Neuseeland umschauen. Matze dagegen fährt mit David in seinem Auto weiter und wird vermutlich über die Great Ocean Road Adelaide erreichen. Alles weiter steht in den Sternen.


Eure überglücklichen Hopfenkönige und Hopfenkönigin


Neue Bilder findet ihr im Fotoalbum: „Ernte“

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A
<br /> Hi Beni and Theresa, how are you? What have you been up to in the last week or so?? Did Mat fly out of Syndey okay yet or is he still waiting for the problem with the planes- such chaos for so many<br /> travellers. Our home in Bushy Park is very quiet without you all. I spent the last few days with my Mother at the Boat Harbour Beach so I wasnt lonely for questions as she asks more than Beni :-)<br /> take good care munchkins, Annie & Richard<br /> <br /> <br />
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M
<br /> 20.000.000.000 Bierfalschen<br /> DANKE !<br /> <br /> mfg Heckes<br /> <br /> <br />
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M
<br /> Hallo liebe Bloedbommels,<br /> erst einmal ein herzliches Dankeschoen, dass ihr uns fuer dieses Jahr den Biervorrat gesichert habt :-)<br /> Wollten euch noch ganz viel Glueck wuenschen, gerade weil sich eure Wege ja nun erst einmal trennen. Sicher fuehlt es sich doch erst mal ganz komisch an, wenn man auf einmal so viel Platz im Bett<br /> hat :-)<br /> Wir wuenschen euch eine wunderbare Zeit, meldet euch mal wieder (auch bei Fragen bezueglich Neuseeland)<br /> <br /> Busserl<br /> <br /> <br />
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C
<br /> Beni und Matze konnten die Zeit für die Bewerbungen bei ihren Uni’s nutzen und hatten viel Spaß beim Schreiben ihrer Motivationsschreiben für ihre Studiengänge. HAHAHA der Satz ist gut............<br /> <br /> <br />
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C
<br /> Beni und Matze konnten die Zeit für die Bewerbungen bei ihren Uni’s nutzen und hatten viel Spaß beim Schreiben ihrer Motivationsschreiben für ihre Studiengänge. HAHAHA ich liege am Boden vor Lachen<br /> <br /> <br />
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