Lange Wege
Sicher gelandet in Adelaide, ging es mit dem Shuttlebus zu Jack und Lucy und danach gleich los. Wir wollten uns so schnell wie möglich aufmachen und den Nullabor überqueren. Mit Vorfreude auf Esperance welches einer der weißesten Sandstrände der Welt besitzt hielt uns nichts mehr an South Australia. Die Strecke von Adelaide bis Esperance beträgt übrigens ca. 2170km. Der Nullabor selbst war sehr interessant. Über lange Strecken war einfach nur Leere und eine unvorstellbare Weite zu sehen und ab und zu zeigten sich uns wunderschöne und total andere Küstenlandschaften. Rastplätze die extra zum Schlafen zur Verfügung stehen waren also immer unsere Tagesziele. Neben dem ein oder anderen Roadhouse gab es jedoch keine Häuser auf dem Weg. Nullabor bedeutet kein Baum was aus unserer Sicht jedoch nicht ganz stimmt da es in der Nullaborwueste mehrere Wälder, Büsche und auch Eukalyptusbäume gibt. Kurz vor Norseman befuhren wir die längste Kerzengerade Straße Australiens mit 146,6 km. Nachdem diese langweilige Strecke ohne Kurven gemeistert war kam jedoch nach ein paar Kurven unsere Dritte Polizeikontrolle in Australien. Diesmal war jedoch nicht Theresa, wie in Airlie Beach, sondern Beni am Steuer. Natürlich wurden wir angehalten und mussten das Auto öffnen und zur Untersuchung freigeben. Doch nicht nur das, Beni wurde auch noch einem Alkoholtest unterzogen, den er leider nicht bestand da wir am Abend zuvor in einem Roadhouse ein paar Bier getrunken hatten. Nein natürlich nicht......Beni war seit über eine Woche trocken und durfte nachdem Test sofort weiterfahren. Das Wetter war über drei Tage traumhaft und wir genossen die Hitze im Auto.
Kurz vor Esperance zeigten sich jedoch schon die ersten Wolken, die sich am Abend zu einem heftigen Sturm zusammenbrauten. Als wir morgens aufwachten lagen Äste auf der Straße und die Straßen sahen etwas verwüstet aus. Kurzer Hand entschlossen wir uns den schönen Ferienort zu verlassen ohne ein Bild vom Strand zu verlassen und in Richtung Norden zu fliehen. Auf dem Weg nach Perth mussten wir drei überflutete Straßen meistern. Das Wetter jedoch wurde mit jeden weiteren hundert Kilometer besser. Eine kleine Pause gönnten wir uns bei The Wave Rock.. Ein 15m hoher und 110m langer Fels, der wie eine perfekte Welle durch die Natur in mitten des Outbacks steht, aussieht.
In Perth angekommen druckten wir Flyer, zum Verkauf von Jack und Lucy, und verteilten sie in allen Hostels von Perth. Nach einem Tag in Perth entschlossen wir uns weiter nach Norden zu fahren und die Westküste zu erkunden, während sich andere Backpacker Gedanken machen können ob sie die neuen Besitzer von Jack und Lucy sein wollen. Neben kleinen Dörfern die nicht mehr als 2000 Einwohner betragen, findet man alle 200 km eine Tankstelle. Ansonsten ist die Gegend jedoch durch roten Sand, wunderschöne weißen Sandstrände und andere Naturspektakel gezeichnet. In Cervantes, einem lebendigen Krabbenfischerkaff, wie es in unserem Tourguide beschrieben wird, machten wir halt. Dort sahen wir wilde Delfine, die bis zu 2m an den Stand schwammen. Am nächsten Tag liefen und fuhren wir durch die Pinnacles Wüste die durch Kalksteinsäulen geprägt ist die sich in einer mondähnlichen goldfarbener Wüstenlandschaft befinden. Am Mittag ging es weiter nach Geraldton wo wir weitere Flyer verteilten und übernachteten. Am nächsten Tag stand wieder eine etwas länger Fahrt an, da die Entfernungen hier an der Westküste noch etwas größer sind als schon an der Ost- und Südküste. Es zog uns nach Monkey Mia, was ganz und gar nichts mit Affen sondern mit Delfinen zu tun hat. Neben glassklarem Wasser und weißen Sandstränden in Monkey Mia die Tierwelt die Hauptattraktion. Haie und Stachelrochen die sich vom Eagle Bluff, einer Felsklippe, sichten lassen, sind jedoch hier nicht erstrangig. Wilde Delfine die jeden morgen gegen 7Uhr aus dem Nichts auftauchen und sich etwas füttern lassen ist wohl der Hauptträger der Touristenbrange hier. Für uns war Monkey Mia nicht nur wegen den Delfinen ein Erlebnis sondern auch wegen dem guten deutschen Weizen...mmmmh. Der Shell Beach, der wie der Name schon sagt aus Muscheln besteht und schon aus der Ferne strahlend weiß schimmert ist auch nicht gerade schlecht. Nach einer bezahlten Nacht im Monkey Mia Resort, die sich nicht vermeiden ließ, legten wir uns nach der Delfinfütterung an den Strand und verweilten dort für einige Stunden. Mittlerweile sind wir auf dem Weg nach Coral Bay und Exmouth. Übrigens sind wir schon wieder über 900km nördlich von Perth. In Coral Bay oder Exmouth planen wir mit einem Walhai zu schwimmen, der übrigens ungefährlich ist da er sich ausnahmslos von Plankton ernährt.
Genug von unserer Geschichtenstunde. Falls sie die Geschichte gelockt hat schauen sie im Fotoalbum: „Western Australia“ ein paar Bilder an.
Und wenn sie nicht gestorben sind, dann fahren sie noch heute!
Beni und Theresa