Letzte Reise
Das werden wohl einer der letzten Worte aus dem Paradies sein.
Mittlerweile sind wir schon wieder zwei Wochen hier in Perth. Bis auf den Autoverkauf geht es uns ganz gut.
Nach wilden Delphinen und einer atemberaubenden Landschaft um die Shark Bay und Monkey Mia, dachten wir eigentlich dies war wohl zum Schluss nochmal ein richtiges Highlight. Der Weg nach Exmouth war lang aber interessant. Unterwegs sahen wir zum ersten mal wilde Pferde, riesige Adler, bei denen gerade tote Kängurus und Emus auf der Speisekarte standen. Auf dem Weg nach Exmouth liegt Coral Bay, ein kleiner Ort, der aus zwei Campingplätzen, einem kleinen Supermarkt und einer Tankstelle, sowie 2-3 Erlebnisagenturen besteht. Bisher dachten wir, hier in Coral Bay oder in Exmouth mit Whale Sharks zu schwimmen. Als wir jedoch die Preise sahen für einen Tagestrip, mussten wir jedoch leider hinnehmen, dass dies nicht in unserem Budget liegt.Die 400 Dollar pro Person für knappe 6 Stunden auf dem Schiff waren uns etwas zu teuer und wir entschieden uns für etwas anderes aber nicht weniger abenteuerlustiges. Die Landschaft um Coral Bay, die man vom Ort und von der Straße leider nicht sieht, bleibt einem völlig verschlossen, wenn man nicht wie wir:) ein allradbetriebenes Gefährt unter dem Po hat. Kurzer Hand buchten wir aus Enttäuschung eine Quad- Tour. Schon länger wollte Beni so eine Tour machen. Mittags ging es los. Glücklicher Weise waren wir die einzigsten in der Mittagstour, was zur Folge hatte, dass wir das machen konnten, was wir wollten. Nach kurzer Einweisung hatte jeder von uns sein eigenes Quad und los gings. Kurzer Hand bogen wir von der Hauptstraße ab und es ging ab in die Dünen. Hinter der ersten Düne bot sich schon das erste Szenario, das man überhaupt nicht ahnen konnte. Türkisfarbenes Wasser und schneeweißer Sand. Wir bahnten uns den weg durch den tiefen Sand und machten ein paar Stops um die Aussicht zu genießen. Der ein oder andere Schnappschuss wurde auch gemacht. Einer der Stopps war an einer Kliffformation, an der man wilde Schildkröten beim essen zu schauen konnte. Danach ging es weiter und wir fuhren Dünen rauf und runter. Das machte richtig Spaß und auf einem langen einsamen Strand konnten wir mal so richtig Gas geben und unsere Gefährte auf 70 km/h beschleunigen. Die frische Seeluft brauste einem um die Ohren, Benis Quad wurde jedoch etwas warm:) und wir mussten den Motor etwas abkühlen lassen bevor es weiter ging. Nach 2 Stunden war doch auch dieses Abenteuer zu ende und wir gingen zurück zu Jack und Lucy. Den restlichen Tag verbrachten wir am Strand mit lesen uns sonnen. Beni hat übrigens sein dicken Schinken „The lost Symbol“ fertig gelesen, sein sechstes Buch auf dieser Reise:). Hierbei ''Danke an Matze für das Weihnachtsgeschenk“. Während unserem Abendessen am Strand hoppelte ein wildes Känguru über den Sandstrand und wir bekamen ein richtiges Postkartenfoto:). Die Nächte verbrachten wir in dieser Gegen auf Rastplätzen. Diese waren jedoch nicht sehr ruhig, da wilde Kühe nachts um unser Auto herumliefen und komische Laute von sich gaben, wie z.B. mmmmuuuuuuuuuuuuuuuuhhhh.
In Exmouth angekommen deckten wir uns mit Lebensmitteln für die nächsten Tage ein und los ging es in den National Park. Kleine Campingplätze direkt am Meer sind hier die einzige Möglichkeit zu übernachten, jedoch traumhaft schön. Gleich hinter einer Düne liegt ein Privatstrand mit klarem Wasser und Schnorchelspots, die dem Great Barrier Reef Konkurrenz machen. Gleich bei unserem ersten Schnorchelgang war die frohe Farbenwelt wie damals am Great Barrier Reef sofort wieder in unseren Gedanken. Neben Schildkröten, bunten Fischen und Korallen, haben wir dieses Mal ein Stachelrochen gesehen und natürlich abgelichtet:) Beim nächsten Schnorchelspot ging Theresa allein ins Wasser, kam jedoch nach nicht einmal 5 Minuten wieder raus:), da ein Hai genau neben ihrer Taucherbrille vorbei schwamm. So schnell war sie noch nie aus dem Wasser! Der Nationalpark der sich auf ca. 35 km erstreckt bietet 20 verschiedene Spots, die man unbedingt gesehen haben sollte. Nach vier Tagen im Nationalpark und ohne eine ''echte'' Dusche freuten wir uns wieder auf die Zivilisation. An der Tankstelle in Exmouth checkten wir die emails und erhielten wir die freudige Nachricht über Benis Zusage von der TU Delft. Weiterhin bekamen wir 3 Nachrichten über Interessenten an unserem Auto. Als entschlossen wir uns die Reise nach Perth wieder auf uns zunehmen und die ca. 1300km in zwei Tagen zu meistern. Nach zwei Tagen fahrt, viel Spritgeld und immer kälter werdenden Nächten mussten wir jedoch hinnehmen, dass die Interessenten schon ein Auto gekauft hatten. In Perth angekommen ließen wir uns nicht unterkriegen und verteilten erneut Flyer. Um das Auto auf Hochglanz zu bekommen, ging es am nächsten Morgen in die Waschstraße. Da dies Theresas erste Selbstwaschanlage war, zeigte Beni ihr was zu tun war und heizte ihr mächtig ein. Leider jedoch zu viel und Theresa erschlug den Außenspiegel mit der Schaumbürste Kein Problem dachten wir, der Schrottplatz oder die Fordhändler werden schon ein gebrauchten Spiegel fufürenig Geld haben. Aus wenig Geld wurde an einem Samstag Mittag jedoch 270 Dollar, für ein bisschen Glas. Wir ließen uns nicht unterkriegen und suchten weiter. Am Montag fanden wir dann einen gebrauchten für ''nur'' 50 Dollar und das Auto war wieder wie neu. Auf dem zum Vorstellungsgespräch hatten dann Jack und Lucy wohl noch Bauchschmerzen und wollten auf einer Kreuzung einfach nicht mehr weiter. Zum Glück waren die netten Australier sofort wieder zur stelle und schoben uns auf den nächsten Supermarktparkplatz. Die gelben Seiten waren uns eine Hilfe und zeigten , dass die nächste Werkstatt nur um die Ecke ist. Wir entschlossen uns den Abschleppdienst nicht zu bestellen und lieber das Geld zu sparen und zu schieben. Naja, einfacher gesagt als getan. Aus der Werkstatt „um die Ecke“ wurden 700m quer durch Perth. Leute lachten, einer half und nach gefühlten 2 Stunden kamen wir nach 15 min völlig erschöpft in der Werkstatt an. Nach 2 Stunden war das Problem auch gelöst und 60 Dollar waren wir los.
Das Vorstellungsgespräch dagegen lief erfolgreich, war ja auch nicht anders zu erwarten:). Also bekamen wir am nächsten Tag ein kleines Training und uns wurde unser neuer Job als Milchmann vorgestellt. Für alle die nicht wissen was Aussie Farmers Milchmänner machen, wir beliefern kostenlos Privathäuser mit frischer Milch, Brot und Eier. Nebenher verkaufen wir auch Butter, Käse, Schinken, Speck, Früchte ,Gemüse und vieles vieles mehr. Unsere Aufgabe ist es, das Produkt an den Man zu bringen und die Idee zu verkaufen. Am Nächsten Tag ging es los und wir waren auf uns allein gestellt. Beni knackte beinahe den Rekord von Western Australia im Verkaufen am ersten Arbeitstag, wäre da nicht ein Zahlendreher bei den Kreditkartenzahlen gewesen. Trotzdem hatten wir einen guten Einstieg und wurden von unseren beiden Chefs gelobt.
Mittlerweile wohnen wir in einem Hostel und hoffen Tag für Tag Jack und Lucy zu verkaufen. Neben ebay und anderen Internetseiten hoffen wir so schnell wie möglich einen Kauern zu finden.
Neue Bilder gibt es im Fotoalbumg: ''Last Trip“
Liebe Grüße aus Perth eure Milchmänner Theresa und Beni